Dienstag, 12. April 2011

Aenema Konstantino Dregos at Gallery 50plin1 Cyprus 31.03.11 - 04.05.11

Aenema Konstantino Dregos

von Dirk Hagen

Betritt man einen Raum mit Skulpturen von Konstantino Dregos, spürt man schnell die ganze Wucht, die körperlich-animalische Ausstrahlung, die von den Werken ausgeht und schon fast als brutal empfunden werden kann. Die Skulpturen strotzen nur so vor Kraft. Die einzelnen, aus Gips und Drahtkörper konstruierten Arbeiten sind dabei ähnlich der Patchworktechnik mit Leder überspannt; die Flickenstücke dann eher grob zusammengefügt, zusammengetackert. Das helle Leder ähnelt Menschenhaut; die Skulpturen wirken so organisch, körperlich, vielleicht auch verletzbar. Gebrochen werden die Arbeiten jeweils durch einen glänzenden, filigran wirkenden Kern aus Teer, der entweder das Zentrum darstellt oder aus der eng umspannenden Lederhaut hervorzuquillen scheint. Die Skulpturen wecken dann Assoziationen mit Blumen, ein wichtiges Thema des jungen griechischen Künstlers Dregos dessen Eltern Floristen waren. Der Sohn geht nun aber seinen ganz eigenen Weg und setzt sich auf künstlerische Weise mit dem Spannungsbogen Natur und Kultur auseinander. Aber seine Arbeiten lassen auch andere Assoziationen zu. Dregos´ körperliche, beinahe martialische Orientierung hatte ihn schon zum Boxsport geführt. Seine philosophischen Studien und Vorstellungen entwickelt er nun außerhalb der staubigen Hörsäle der Universitäten in den von seinen Händen geformten Skulpturen fort. Der aus Athen stammende Dregos will aber nicht nur den Betrachter auffordern, sich mit seinen Werken auseinanderzusetzen, sondern er arbeitet kontinuierlich an einer Ästhetik, mit der er seinen Gedanken Ausdruck verschaffen kann. Dabei ist ihm etwas Besonderes gelungen: eine ganz eigene, faszinierende ästhetische Ausdrucksform, die man spüren kann, die einen regelrecht körperlich erreicht.